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Samstag, 10. April 2021

Holperstellen

Hier holpert es gewaltig: zwei Reihen Kopfsteinpflaster quer zur Überfahrt
Kopfsteinpflaster ist leider nach wie vor oft Standard bei Radwegüberfahrten
Selten: durchasfaltierte, holperfreie Überfahrt
Hier müssen im schleifenden Winkel 3 Reihen Kopfsteinpflaster überfahren werden
Trotz Rinnsal entstehen oft Pfützen

Eine von der Initiative FahrRad zusammengestellte Liste zahlreicher Holperstellen auf den Linzer Radwegen wurde im Jahr 2001 der Stadt Linz übergeben.

Die häufigste Art der Holperstellen sind jene Stellen, an denen Radwege Querstraßen bzw. Hauseinfahrten queren und Pflastersteinstreifen – verbunden mit oft zu abrupten Höhenübergängen - das angenehme Fahren unterbrechen. Wunschziel ist natürlich überall der direkte, ebene Übergang der Asphaltfläche von Radweg zu Straßenfläche ohne dazwischen liegende Pflastersteifen. Laut RVS (Richtlinien und Vorschriften für das Straßenwesen), 11.2.3 heißt es: "Im Absenkungsbereich soll auf Bordsteine quer zur Fahrtrichtung verzichtet werden." Insbesondere ist Natursteinpflaster (Köpfelpflaster) kein geeignetes Material für die Oberfläche von Radwegen. Dazu der Text in der RVS, 11.2: "Die Oberfläche der Decke von Radverkehrsanlagen ist im Hinblick auf die geringe Federung eines normalen Fahrrades möglichst ebenflächig und griffig auszuführen."

Die Hauptargumente seitens der Planer für die Verwendung von Pflastersteinen bei Radwegüberfahrten sind optische Trennung und Durchziehen des Rinnsals zur Entwässerung. Es muss den Radfahrern aber nicht bei jeder Kreuzung über den Umweg über die Wirbelsäule angezeigt werden, dass er soeben eine Straße quert. Wenn unbedingt eine optische Trennung erforderlich ist, dann könnte diese mit Farbe erfolgen. Dazu der Passus in der RVS 3.13, 11.2: "Eine optische Hervorhebung der Radfahranlagen kann durch Farbgebung (Einfärbung) erreicht werden." - eine optische Hervorhebung durch Pflasterung ist dort nicht erwähnt. Dass es auch ohne Rinnsal geht, zeigen zahlreiche Beispiele in Linz, wo aber teilweise damit begonnen wurde, auch diese zu beseitigen. Das Wasser kann auch gut ohne ein Rinnsal aus Pflastersteinen durch eine leichte Absenkung der Asfaltfläche abgeleitet werden. Umgekehrt zeigen zahlreiche im Bereich von Radwegen durchgezogene Rinnsale, dass damit das Entstehen von Pfützen auch nicht verhindert werden kann.

Weitere Holperstellen ergeben sich allgemein durch unebene Oberflächen des Radwegbelages, durch schlecht eingebundene Kanal- oder sonstige Deckel in Radwegen und Aufwölbungen durch Wurzel im Nahbereich von Bäumen.

In der Zwischenzeit haben einige Befahrungen der angesprochenen Stellen stattgefunden, die Verbesserungswünsche wurden vor Ort bei den zuständigen Sachbearbeitern der Stadt deponiert. Die genauere Auflistung der Holperstellen finden sie hier:
Holperstellen Linz (pdf)

12.2006 - Die von der Initiative FahrRad kritisierten neu gebauten holprigen Übergänge am City- Radweg in der Schubert- und Fadingerstraße sowie andere Holperstellen, z. B. in der Unionstraße wurden inzwischen abgeschliffen (im Fachchargon: "abgestockt"). Wünschenswert wäre allerdings für die Zukunft, Radwegübergänge so zu gestalten, die sie von vornherein erschütterungsfrei sind.

13.2.2007 - Bei einem konstruktiven Gespräch zwischen Vertretern der Initiative FahrRad und Verantwortlichen des Linzer Planungs- und Tiefbauamts wurde vereinbart, in Zukunft bei Neu- oder Umbauten von Radwegen Übergänge im Kreuzungsbereich baulich so auszuführen, dass Radfahrer möglichst eben und erschütterungsfrei die Kreuzung befahren können. Unter anderem sollen keine behauenen Köpfelsteine mehr verwendet werden sondern Steine mit ebener Oberfläche bzw. (wo möglich) lange Bordsteine.


Neu: glatte Steine in der Linken Brückenstraße

30.6.2009 - Auf der Radfahrüberfahrt an der Kreuzung Linke Brückenstraße / Heilhamer Straße wurden erstmals ebene Pflastersteine verlegt! Viele derartige Schritte werden das Radfahren in Linz sukzessive angenehmer machen.