Sie sind hier:
Dienstag, 18. Mai 2021
Montag 06. Juli 2009

Podiumsdiskussion: Radfahrstadt Linz – Frust oder Lust?

Rubrik: Aktuelles Linz, Erlebtes
Von: Elfi Koblmüller

Die Momentaufnahme anlässlich von 30 Jahre Initiative Fahrrad OÖ (gegründet 1979 als EAMDC) zeugt von großem Interesse und dem Wunsch vieler BürgerInnen, die Radverkehrssituation in Linz zu verbessern.

Rege Publikumsbeteiligung

Podium v.l.n.r.: Javurek, Meschik, Manhal (VP), Schorn (OÖN), Luger (SP), Himmelbauer (GRÜNE)

Eröffnet wurde die Festveranstaltung am 6. Juli 2009 mit Kurzreferaten vom Radverkehrsexperten Michael Meschik, der 2008 mit der Evaluierung des Linzer Radverkehrskonzepts beauftragt war, und von Mirko Javurek, dem Vorsitzender der Initiative FahrRad OÖ, der eine Reihe von konkreten Verbesserungsmaßnahmen und Forderungen anschaulich darstellen konnte. U.a. fordert er die politischen EntscheidungsträgerInnen in Linz auf, die Charta von Brüssel zu unterzeichnen (www.velo-city2009.com), in der sich eine Reihe von europäischen Städten dazu verpflichten, bis 2020 15 % Radverkehrsanteil zu erreichen. Ein erster Schritt dazu könnte sein, ein Schwerpunktprogramm auf fünf Jahre und darin enthalten ein Budget von insgesamt 40 Millionen Euro für Linz zu beschließen.

Die geladenen Stadt-PolitikerInnen Mobilitätsstadtrat Jürgen Himmelbauer (Grüne), Planungsstadtrat Klaus Luger (SP) und VP-Klubobfrau Elisabeth Manhal signalisieren grundsätzlich Wohlwollen gegenüber den RadfahrerInnen in der Stadt. Weder SP noch VP können sich aber den Forderungen für das Schwerpunktprogramm anschließen: sie bleiben punkto Radverkehr lieber weiterhin beim Kleckern und wollen mit dem Klotzen erst gar nicht anfangen. Ansonsten verweisen die PolitikerInnen auf positive Entwicklungen, verlieren sich aber oft in Schuldzuweisungen und Sachzwang-Argumenten: mal ist es der politische Mitbewerber, der verunmöglicht und seine Kompetenzen unzureichend nutzt, mal ist es die ÖBB, mal das Denkmalamt und dann die Gesetzeslage. Alles in allem uns sehr wohl bekannte Positionen und (Schein-)Argumente, sodass die kleinen (z.B. Baustellensituationen, Eisenbahnbrücke, fehlende Radverbindungen und –abstellanlagen) und erst recht größeren Maßnahmen (Nibelungenbrücke, Westeinfahrt etc.) zur Attraktivierung des Radfahrens in Linz wohl noch etwas warten werden müssen … manche dann hoffentlich nicht noch einmal 30 Jahre!

Folien der Eröffnungsreferate zum Herunterladen als PDF

Sendung Wegstrecken auf Radio FRO mit vollständigen Mitschnitten der Impulsreferate und ausführlicher (aber leider nicht vollständiger) Zusammenfassung der Diskussion.



comments powered by Disqus