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Samstag, 10. April 2021

Newsletter 6 - Februar 2010


NEWSLETTER der Initiative FahrRad OÖ

Ausgabe 6 vom 25.02.2010
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Inhalt:
- Klimaschutz und Gesundheitskostensenkung durch
  Radverkehrsförderung
- Radfahren im Winter
- Autofasten
- Linz: neuer Verkehrsstadtrat
- Linz: Radpolitik am Prüfstand
- Linz: Einbahnöffnungen im Zentrum
- Linz: weiterhin keine Radmitmahme in Bim und Bus
- Beleuchtung: helles Licht für dunkle Zeiten
- Lesenswertes und Lustiges
- Termine
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Klimaschutz und Gesundheitskostensenkung durch Radverkehrsförderung
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Auf der Suche nach den schnellen Maßnahmen gegen den Klimawandel könnte
eine Verdoppelung des Radverkehrs  mehr als 10 % Reduktion beim
Energieverbrauch des Binnenverkehrs bringen, und das bei vergleichsweise
geringen Kosten. Die gesamten verkehrsbedingten Gesundheitskosten in
Österreich betragen nach einer aktuellen VCÖ-Studie 2,3 Milliarden Euro
pro Jahr, wobei die Kosten, die aufgrund von Bewegungsmangel entstehen,
noch gar nicht eingerechnet sind. Forscher der britischen Initiative
"Cycling England" haben berechnet, dass jeder Euro, der für den
Radverkehr ausgegeben wird, 3 bis 5 Euro Einsparung im Gesundheitswesen
bewirkt. In Österreich werden viele Wege, die sich leicht mit dem
Fahrrad zurücklegen ließen, mit dem Auto zurückgelegt: die Hälfte aller
Autofahrten sind kürzer als 5 km, und für 40 % aller Autofahrten besteht
laut Erhebungen kein objektiver Grund, dass sie nicht mit dem Fahrrad
zurückgelegt werden könnten.
http://www.ifahrrad.at/radlobby.at-20100127
http://www.ifahrrad.at/radlobby.at-20091218


Radfahren im Winter
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Man fährt schließlich auch Ski, warum sollte man sich im Winter nicht
auf dem Rad bewegen können? Das Fahrrad als schnelles, umweltbewusstes
und gesundes Verkehrsmittel ist bei entsprechender Ausrüstung im
Winterhalbjahr ebenso attraktiv wie im Sommer. Das Fahrrad wird von
immer mehr Österreicherinnen und Österreichern als Ganzjahres-
Verkehrsmittel benützt. Radverkehrszählungen zeigen, dass in den
Wintermonaten etwa jede vierte Person, die im Sommer radelt, auch im
Winter Rad fährt. Selbst bei Schneefall fährt ein Zehntel der
Sommerradler. Tipps zum Radfahren im Winter:
http://www.ifahrrad.at/winterradfahren
http://www.klimaaktiv.at/article/articleview/72848/1/24638
http://www.nachrichten.at/ratgeber/motor/art111,338763



Autofasten
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Auch heuer findet wieder die Aktion Autofasten statt, mit dem Ziel, die
Zeit von Aschermittwoch 17. Februar bis Karsamstag 03. April 2010 zur
Überprüfung der eigenen Mobilität zu nutzen. Sie soll anregen,
vorhandene Alternativen (Bus, Fahrrad, Füße, Fahrgemeinschaften) neu zu
entdecken und auszuprobieren, und dabei einen Beitrag zur eigenen
Fitness zu leisten und neue Sinneseindrücke zu gewinnen. Die Initiative
FahrRad OÖ lädt als Partnerorganisation zum Mitmachen ein: online
anmelden und Preise gewinnen unter http://www.autofasten.at



Linz: neuer Verkehrsstadtrat
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Mit der neuen Stadtregierung ist das Mobilitätsressort von Stadtrat
Jürgen Himmelbauer (GRÜNE) zu Vize-BM Klaus Luger (SPÖ) gewandert. Die
Initiative FahrRad hatte im Jänner ein erstes Gespräch mit dem neuen
Verkehrsstadtrat. Luger hat sich pauschal zum Ziel gesetzt, die
Situation für den Radverkehr in Linz zu verbessern. Dazu zählt
insbesondere eine radfahrfreundliche Umgestaltung der Nibelungenbrücke.
Er strebt an, noch heuer eine Lösung zu finden, die nicht nur die
Situation auf der Brücke selbst, sondern auch die Zu- und Abfahrten
verbessert. Die Umsetzung dieser Lösung wird natürlich noch etwas länger
dauern. Auch die vielen anderen Lücken im Linzer Radverkehrsnetz sind
Luger durch seine Freizeitradfahrten bewusst. Wie schnell und in welchem
Ausmaß es hier eine Verbesserung geben wird, ist allerdings noch unklar.
Angesichts des geringen Radverkehrsbudgets (nach 1 Mio. Euro für 2009
nun wieder nur 320.000 Euro) wird man im laufenden Jahr nicht mit
Quantensprüngen rechnen können. Zum Vergleich: etwa 40 Mio. Euro wären
(nach internationalen Vergleichen) im Rahmen einer Schwerpunktaktion
nötig, um Linz zu einer Top-Radstadt zu machen. Luger kann sich auch
weitere Öffnungen von Einbahnen vorstellen; die Initiative FahrRad wird
demnächst Vorschläge einbringen.



Linz: Radpolitik am Prüfstand
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Im Auftrag der Stadt Linz wurde eine Evaluierung des Linzer
Radverkehrskonzepts durchgeführt. Generell werden die Bedingungen für
den Radverkehr in Linz von der Bevölkerung eher mittelmäßig empfunden.
Die größten Kritikpunkte betreffen das nicht ausreichende Netz an
Radfahranlagen, die Ausgestaltung der Kreuzungsbereiche, die Führung des
Radverkehrs an Baustellen und die Abstellanlagen. Als attraktiv bzw.
verkehrssicher empfinden die RadfahrerInnen Strecken, die eine geringe
Beeinträchtigung durch den Kfz-Verkehr aufweisen. Die Autoren empfehlen,
die Durchgängigkeit des Radverkehrsnetzes herzustellen und den
Radverkehr vor allem an Kreuzungen sicherer und direkter zu führen. Bei
einer gezielten Förderung des Radverkehrs, wie sie im Radverkehrskonzept
als Ziel formuliert wurde, ist dem Radverkehr gegenüber dem Kfz-Verkehr
höhere Priorität einzuräumen.
http://www.ifahrrad.at/evaluierung08



Linz: Einbahnöffnungen im Zentrum
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Nach der Rathausgasse ist nun auch die Klosterstraße für Radfahren gegen
die Einbahn geöffnet. Ein konfliktarmes Miteinander von motorisiertem
Verkehr sowie Fuß- und Radverkehr wird durch niveaugleiche Führung
ermöglicht. Nach jahrelangem Ringen der Initiative FahrRad OÖ wurden in
den letzten Jahren Schritt für Schritt viele Einbahnen in Linz für den
Radverkehr geöffnet. Zu verdanken war dies vor allem dem Einsatz des
ehemaligen Mobilitätsstadtrats Jürgen Himmelbauer (Grüne). Während mit
den breiteren Einbahnen begonnen wurde, hieß es bei den engeren
Einbahnen in der Innenstadt zunächst: "geht nicht, zu schmal". Doch
Himmelbauer ließ nicht locker, und setzte gegen Ende seiner Amtszeit
sogar die Öffnung der Rathausgasse und der Klostertraße durch.
http://www.ifahrrad.at/einbahnen09



Linz: weiterhin keine Radmitmahme in Bim und Bus
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Ein Gespräch der Initiative FahrRad OÖ mit dem Betriebsleiter der Linz
Linien zeigte, dass nach wie vor keine Fahrradmitnahme in den
Straßenbahnen (auch in der Pöstlingbergbahn) und Bussen möglich sein
wird. Das ursprüngliche Hauptargument, die Behörde würde eine
Fahrradmitnahme nicht erlauben, konnte mittlerweile glaubhaft widerlegt
werden. Dennoch wollen die Linz Linien keine Haftung übernehmen, wenn
etwas passiert, und die Straßenbahnen seien meistens zu voll. Auch die
Argumente, dass Radfahrer ihr Gefährt ohnehin nur im Ausnahmefall - bei
Regen oder einem Patschen - mit der Bim transportieren möchten, und dass
Räder in Innsbruck in den öffentlichen Verkehrsmitteln problemlos und
gratis mitgenommen werde können, konnten nicht überzeugen.



Beleuchtung: helles Licht für dunkle Zeiten
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Auch wenn die Tage langsam wieder länger werden, ein zuverlässiges und
gutes Licht ist fürs Radfahren immer wichtig. Die Scheinwerfer LUMOTEC
IQ Fly und IQ Cyo setzen dank modernster Technologie neue Maßstäbe: eine
bisher unerreicht helle Ausleuchtung der Fahrbahn wird durch den Einsatz
einer ausgefeilten Optik und die Verwendung von Hochleistungs-
Leuchtdioden erreicht. Gleichzeitig haben Leuchtdioden im Gegensatz zu
Glühbirnen eine fast unbegrenzte Lebensdauer. Die ideale Stromversorgung
für das Fahrradlicht stellt ein Nabendynamo dar - ein in der
Vorderradachse integrierter Dynamo, der ohne spürbaren Widerstand
geräuschlos und auch bei Regen und Schnee ohne Durchrutschen mitläuft.
Um rund 70 Euro können Sie ihr Fahrrad mit einem Nabendynamo nachrüsten;
achten Sie beim Kauf eines neuen Rads darauf, dass es mit einem
Nabendynamo ausgestattet ist. Mitglieder der Initiative FahrRad bekommen
bei den Partnerhändlern Ermäßigungen!
LUMOTEC Hersteller: http://bumm.de/
Partnerhändler der Initiative FahrRad OÖ:
http://www.ifahrrad.at/cms//index.php?id=154



Lesenswertes und Lustiges
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Die 10. Ausgabe der gratis Online-Zeitung "Fahrradzukunft" ist mit
vielen interessanten Artikeln rund ums Radfahren erschienen:
http://fahrradzukunft.de/10/

Investitionen in Radinfrastruktur schafft mehr Beschäftigung als
Investitionen in Autobahnen:
http://www.klimaaktiv.at/article/articleview/80666/1/11995

Viele Verkehrsplaner arbeiten immer noch nach dem Motto: der beste Weg
Verkehr zu entstauen ist, mehr Straßen zu bauen. Doch kann das in vielen
Fällen genau das Gegenteil bewirken. Mit dem "Braess Paradox" gibt es
nun eine wissenschaftliche Erklärung hierfür: http://tinyurl.com/mlvqpy

Weniger Straßen bringen viele Vorteile, z.B. Steigerung der Lebens- und
Umweltqualität. Mehr dazu unter:
http://www.nytimes.com/2009/07/17/world/asia/17daylight.html?_r=3

Interview mit Prof. Monheim: Das Auto ist ein Armutsmodell:
http://www.news.de/auto/855039365/das-auto-ist-ein-armutsmodell/1/

Promis am Rad: http://starlounge.at.msn.com/index.cfm?objectid=55768&imagenr=1&page=1

Radglocken-Klingelton fürs Handy herunterladen: http://tinyurl.com/n6tcro